Ich bin immer noch unschlüssig in welchem Land (Stadt) ich leben kann. Es muss warm und trocken sein. Sprache auch englisch. Mittelamerika ist zu feucht. Ich erwäge Indien zur Zeit als einigermaßen ideal.
Jedes Umfeld (Stadt, Land, Beruf) wird Dir andere und doch ähnliche, eigentlich sogar diesselben Aspekte Deines Wesens zeigen. Das kann manchmal neue Blinkwinkel eröffnen, die Dinge klarer machen.
In sofern würde ich Dir raten einfach das "nächstbeste" Land (Stadt, Beruf) zu wählen und dort aber "total" zu leben und zu sein - also wirklich mit Leib und Seele und ohne wenn und aber. So wird Deine Wahl eine mutige und erfahrungsreiche sein.


Ich hatte ein schreckliches Erlebnis. Ein geliebter Mensch ist gestorben / hat mich verlassen / ist sehr krank. Was soll ich tun?
ich weiß, daß alles in Dir sich danach sehnt zu verstehen - das “warum” aufzulösen, doch das wird Dich nicht weiter führen. Es ist nur eine Abwehr. Es gibt in Deiner Situation tatsächlich nur den Weg zu SPÜREN.
Spüren heißt GANZ da sein zu den Gefühlen. Es ist erstmal das, was man eigentlich gar nicht machen mag, man will da lieber denken, lesen, verstehen, essen, fernsehen - was auch immer. Man will die Gefühle abwehren und spaltet sich dadurch innerlich auf.
Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß diese Phase der Trauer - sofern sie eben nicht abgewehrt wird - das größte Geschenk ist, welches Dir das Leben überhaupt schenken kann. Darum rate ich Dir: Es geht jetzt nur um Dich - sei ganz die Trauer. Spüre, weine, verzweifle... was auch immer grade da ist - laß es zu. Es ist kein leichter Weg, es ist tatsächlich der schwerste aller Weg. Es ist Kreuzigung und Fegefeuer in einem - um mal in christlichen Metaphern zu sprechen.
Es gibt keine Abkürzung, keine Tricks, kein Netz und keinen doppelten Boden. Doch es ist der lohnendste Weg aller Wege. Es ist genau genommen der einzige Weg, den es überhaupt gibt. Du wirst im Spüren immer wieder tief in Dir etwas begegnen, was ganz, ganz ruhig ist. Das ist Dein tiefstes Selbst. Danach gilt es zu forschen.
Nimm Dir also so viel Zeit, wie nur möglich, in welcher Du alleine mit Dir bist.
Setze Dich bequem hin, schließe wenn Du magst die Augen. Schaue nach innen, erforsche jeden Zentimeter in Dir. Spüre, wo der Verlust, die Angst und die Trauer brennen. Nimm es nur wahr, laß es entfalten, wie eine Rosenknospe.
Du wirst immer wieder in Gedanken abdriften, das ist völlig normal. Nimm auch dies wahr und kehre zurück zum fühlen und nach innen schauen. Mach dies einfach immer wieder. Jeden Tag. Jede Woche. Jeden Monat. Und immer, wenn Du glaubst, daß es einfach nicht mehr auszuhalten ist, weißt Du, daß Du grade alles richtig machst. Daß Du Dich den Mauern annäherst, die um Dein innerstes Selbst gebaut sind. Nichts anderes ist Meditation. Und nichts anderes wird Dich jemals wirklich zum Frieden und zur Liebe bringen.


Ja, aber mein Vater / meine Mutter / mein Kind braucht mich doch jetzt grade. Da bleibt mir einfach keine Zeit zum trauern oder “meditieren”. Was soll ich jetzt machen...?
Der Mensch, der Dich jetzt am allerdringendsten braucht, bist Du selbst. Du kannst niemandem helfen, wenn Du Dir nicht zuvor selbst hilfst. Und Dir selbst helfen heißt den Trauerprozeß beginnen zu lassen. Was hast Du zu geben, wenn Du selbst nichts hast? Deine Hilfe wäre ein Bärendienst, würde dem andern zu einer zusätzlichen Last.
Ich sage nicht, daß Dir alles andere wurscht sein sollte. Dein eigener Trauerprozeß ”befreit” Dich nicht von Deiner Verantwortung Deinem Vater / Mutter / Kind gegenüber. Dein eigener Trauerprozeß ist etwas, das zusätzlich Platz finden will. Du wirst schon nach kurzer Zeit merken, wie die Aufmerksamkeit auf Dich selbst Dir mehr und mehr Kraft schenkt, so daß Du nach und nach eine wahre Hilfe für die Menschen sind, die Dich wirklich brauchen.
Ich empfehle Dir sehr, daß Du auf diesem Wege Hilfe von Menschen in Anspruch nimmst, die diesen Weg bereits gegangen sind. Ob das nun Seminare sind oder Einzelcoachings oder ganz etwas anderes ist dabei gar nicht so wichtig...


In Deinen Reports hast Du Dir widersprochen. Du schriebst in dem einen Text ... und in dem anderen ... - also genau das Gegenteil.
Erwischt ;-)


Nein - ernsthaft. Das war nicht also Vorwurf gedacht... Oder doch?
Das Leben ist widersprüchlich. Was in der einen Situation gestimmt hat, kann in der nächsten völlig unangemessen sein. Der menschliche Verstand will jedoch allgemeingültige “Regeln” aufstellen, will sich über das Leben stellen. Das ist der Größenwahn in welcher die Menschheit lebt.
Nochmal an einem anderen Beispiel: Stelle Dir drei Wanderer vor, die auf einem Bergkamm laufen. Der eine sehr weit links am Abgrund, der andere sehr weit rechts, der dritte genau in der Mitte. Nun fragt der eine: “Mensch, das Leben ist so anstrengend. Ich rutsche ständig aus und falle hin, meine Knie sind schon ganz blutig. Was soll ich tun?”
Nun, die Antwort ist offensichtlich: “Laufe weiter rechts.”
Wenn nun der rechte fragt, was er tun soll, wäre die Antwort auch klar, obwohl sie eine andere ist - sogar das genaue Gegenteil: “Laufe weiter links.”
Und wenn nun der mittlere fragen würde wäre es noch verwirrender - die Antwort wäre: “Alles ist gut. Der Weg ist zwar grade steinig, aber es gibt nichts anderes zu tun, als einfach weiter zu gehen.”
Da könnte man nun als Wanderer lange drüber diskutieren. Man könnte es aber auch einfach ausprobieren, es als Anregung, als Fingerzeig nehmen. Und sehen, was passiert. Und was dann passiert ist leider auch häufig dies: Der Wanderer stürmt von einem Extrem ins andere, er eilt vom linken Grat zum rechten und sagt dann (irgendwie ja auch zu recht): “Ich falle ja genauso oft hin wie früher!”
Daher bezeichnete Buddha den wahren spirituellen Weg als einen “Weg der Mitte, den es mit viel Achtsamkeit zu wandeln gilt.” Und Lehrer sind in diesem Sinne Ratgeber, die sensibel für den Ist-Zustand sind und dementsprechend vorsichtige Richtungsimpulse geben. Schau´ einfach, was Dich berührt und probiere es in Langsamkeit und Achtsamkeit aus - mach es zu keinem neuen Konzept. Das Leben ist nicht konzeptionierbar...


Ich glaube, daß ich sexsüchtig bin.
Nympomanie ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch der Kompensation von Liebe - leider am falschen Ort, daher nicht wirksam.
Liebe findet nur in Dir statt und dahin gilt es zu sehen. Das Außen spiegelt nur kristallklar Dein Inneres wieder.
Oder nochmal anders: Würdest Du alle Süchte mit einem Schlage fallen lassen - nicht mehr rauchen, keinen Zucker, kein Fernsehen, kein Sex, keine Selbstbefriedigung... (die Liste wäre endlos erweiterbar) Würdest Du das alles sein lassen, wüßtest Du sehr schnell, warum Du Dich wirklich in all diese “Seelentröster” flüchtest.
Nun kann es keine Lösung sein, sich die Süchte “abzuschneiden”, denn Süchte sind wie die klassische Hydra: Schlage einen Kopf ab und es wachsen zwei neue.
Schau´ mal auf unsere Website. Du findest dort den Text über die “Vorsätze”. Er gilt auch und besonders für “Süchte”.


Es ist doch komisch, man kann alt werden wie ein Hund und eigentlich bleibt man doch immer irgendwie Kind.
Der “spirituelle Weg” ist in gewissem Sinne auch nichts anderes als sich an das zu erinnern, was als Kind selbstverständlich war.


Dirk, Du schaffst es immer wieder, mir zur richtigen Zeit die richtigen
Gedanken zu senden. Ich möchte nie mehr nichts von Dir hören, so Du mich doch in meinem Herzen tief mit Deinen Gedanken berührst und mir damit sehr hilfst !!!

Ich bin da völlig unwichtig. Du hast Dich halt einfach auf eine Reise eingelassen und manches von dem was ich sage erinnert Dich an Dinge tief in Dir. Du bist auf einem guten, aber anspruchsvollen Weg. Sei einfach weiter langsam, genau und ehrlich dabei.
Dein Teufel ist Dein vorschneller Impuls.
Dein Engel Deine Genauigkeit und Langsamkeit.
Deine Lebendigkeit die Hochzeit zwischen Deinem Teufel und Deinem Engel...


Mein Partner / Partnerin hat mich verlassen und mein Herz ist gebrochen. Ich werde nie wieder lieben können. Was ist eigentlich Liebe...?
Ja - die gebrochenen Herzen ...
Alles scheint da zu sagen: Das war es. Jetzt wirst Du nie wieder lieben. Doch das ist eine Illusion. Wenn Du genau hinhörst, wirst Du eher etwas hören wie: “So wird es nie wieder sein.” Und wenn Du dann genau hinspürst beginnst Du mehr und mehr in einen Frieden damit zu kommen, denn es war keine Liebe sondern Abhängigkeit.
Liebe schmerzt nicht. Niemals. Noch nicht mal für einen Sekundenbruchteil.
Was uns schmerzt ist unsere Unfähigkeit zu lieben, denn Liebe ist nichts anderes als ganz kräftig “Ja” sagen zu können zu allem, was ist. Das wird dann eben in Partnerschaften hart auf die Probe gestellt.
Er liebt auch andere Frauen? Sie will nicht so oft Sex wie ich? Zu all diesen Dingen ein Ja zu haben, statt sie zu hassen und damit abzuwehren, öffnet überhaupt erst den Raum für eine klare Sicht der Dinge.
Und dann wird sehr schnell klar: Liebe ist eine Frage der richtigen Distanz. Wie viel Abstand brauche ich von einem Menschen, damit ich ganz im Frieden sein kann. Und wie viel Nähe brauche ich mit demselben Menschen, damit ich ganz in Verbindung sein kann. Es gibt da in jedem Moment ein anderes Fließgleichgewicht. Jede Minute, jede Stunde, jeden Tag, jedes Jahr...
Liebe ist nichts anderes als Freiheit. Als die Freiheit, die nicht mehr definierbar ist, sondern das, was übrig bleibt, wenn Unfreiheit - also Konzepte - abfallen.
Wenn pures Leben übrig bleibt.
Man kann es nennen wie man will: Freiheit, Liebe, Impulse, Leben, Erleuchtung, Präsenz...
Es ist immer ein- und dasselbe.
Jetzt nicht zu arbeiten, weil ich grade eine email schreibe.
Gleich einen Spaziergang zu machen, weil die Sonne scheint.
Mein Sohn heute Nacht in meinem Bett geschlafen haben zu lassen (obwohl ich eigentlich Raum für mich gebraucht hätte), weil es für ihn wichtiger war als für mich.
Mit Dir diesen Kontakt zu haben, der immer prickelnder wird.
Offen darüber mit der Frau reden zu können mit der ich viel Zeit verbringe und mit der ich mir ein weiteres Kind wünsche.
Ihre Unerfahrenheit in Freiheit, ihre Ängste mit-zu-fühlen, sie mit-zu-tragen, weil ich sie mit auslöse.
Ihre Freude über meine Freiheit zu erleben und zu sehen, wie sie die ihre entdeckt.
An keinem anderen Ort der Welt sein zu wollen, nichts anders tun zu wollen, als ich in jedem Moment tue.
Das ist die Abwesenheit von Unfreiheit
Da fängt überhaupt erst Leben an.


Lieber Dirk, danke fuer deine ehrliche antwort. der einfache weg ist nicht immer der beste. loszulassen was ich liebe schmerzt und ist nicht einfach. mal schauen was passiert.
Die Liebe loszulassen wird nie schmerzen.
Aber das loszulassen, was Dich von der Liebe fernhält tut oft weh...
Irgendwann ist immer der Zeitpunkt im Leben eines Menschen in dem er wählt zwischen dem, was leicht ist und dem, was der Liebe dient. Das ist oft ein schmerzhafter Prozeß. Wenn Du dem innerlich still begegnen kannst, Dich nicht in den Aktionismus im Außen flüchtest, wird es Dir wunderbare Freiheit und Verbundenheit und Liebe schenken.


Ich habe mich bis über beide Ohren verliebt. Aber was mache ich jetzt mit meiner Frau und meinen Kindern? Wie soll ich mich entscheiden?
Sich verlieben ist nichts anderes als ein Trick.
Ein Trick des Lebens um Dich zur Freiheit zu tricksen.
Doch wenn Du dem unzensiert folgst, wirst Du nach kurzer Zeit wieder da landen, wo Du vorher warst - vielleicht mit einem anderen Menschen, vielleicht an einem anderen Ort. Aber wieder da, wo Du warst. Denn Du nimmst DICH stets mit - wohin Du auch gehst.
Und dann sind da auch noch Kinder im Spiel - welch eine Verantwortung!!
Und Sexualität - sie wirkt so süß und drängend. Sie steht ebenfalls nur für die Sehnsucht nach Freiheit. Doch Freiheit ist nicht Ungehemmtheit. Freiheit ist die perfekte Balance zwischen sich hingeben und Verantwortung nehmen.
In Deinem Fall: Finde doch erstmal raus, wie es grade um Deine Freiheit steht. Sei dabei langsam, laß Dir Zeit, blende "die Neue" dabei erstmal aus, denn das wird Dich zu sehr ablenken und blenden. Sprich dann mit Deiner Frau und Deinen Kindern - in aller Ruhe. Frage Dich: Wie kann ich mir und allen anderen am besten treu sein?
Und handle danach.
Sei jetzt langsam. Laß Dir Zeit. Überstürze nichts. Alles, was echt ist, wird bleiben - egal wieviel Zeit Du brauchst. Alles was Illusion ist, wird gehen. Und dann - langsam, langsam - kommt immer mehr die Klarheit. Und dann brauchst Du nichts mehr zu entscheiden...


Euch danke ich für unsere Begegnungen und die Erfahrungen in Euren Seminaren. Viel ist seit dem passiert. Der Weg des Herzens und der Liebe zeigt sich immer mehr, der der Stille und Ruhe ist wohl weniger meiner.
Viele Fragen tauchen auf, viel bewege ich, gerade auch in der Partnerschaft. Habe eine kleine Gruppe gegründet, die ich einfach mal „offene Beziehung“ nenne und es ist schön, was darin alles passiert.
Ich werde mit dem großen Thema der Eifersucht konfrontiert, den Bildern von Männern, in meinem Fall und der Umgang von ihnen und mir selber. Gute Lernaufgabe, schöne Übung, um in Liebe zu bleiben.
Ihr lebt es ja schon eine Weile in dieser Form. Mich interessiert logischerweise, wie es gehen könnte, ohne irgendwelch komische pseudo Erklärungen, bleib in Liebe oder schau es Dir an. Ich merke, es werden so viele Ebenen angekickt, gerade auch ganz tiefe alte Verletzungen, auch karmische Bereiche, dass es in den Momenten sehr schwer auszuhalten ist. Und ich lebe gerade mit einem Mann, der schon ein paar Jahre den tantrischen Weg geht, und dennoch holt ihn die Eifersucht ein, in einer Form, dass es körperlich wird, in ihm.( nicht mir gegenüber)

Ohne innere Ruhe wirst du im Außen beim ewig gleichem Resultat landen. 
Das ist der beste Rat den ich dir in dieser Sache geben kann. 

 

 

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